Die Blitzdiät

Was ist eine Blitzdiät?

Als Blitzdiät oder Crashdiät bezeichnet man eine Diät, welche innerhalb kürzester Zeit, üblich sind drei bis sieben Tage, eine Gewichtsabnahme von einem halben bis einem Kilogramm pro Tag verspricht.

Grundlage des Abnehmerfolgs ist ein mehr oder weniger strikt ausgestalteter Diätplan, der eine kalorienreduzierte Ernährung vorsieht. Üblicherweise werden vorwiegend der Fettgehalt der Mahlzeiten und die verzehrte Menge reduziert. Einige Blitzdiäten empfehlen zusätzlich ein abgestimmtes Bewegungs- und Sportprogramm.

Beliebt sind Blitzdiäten vor allem vor Beginn der Bikini- oder Urlaubssaison und kurz vor Festen oder Partys, zu denen ein bestimmtes Outfit wieder passen soll.

Die Wirkungsweise von Blitzdiäten

Tatsächlich ist es mit fast allen Blitzdiäten möglich, innerhalb einer Woche zwischen zwei und fünf Kilogramm abzunehmen. Wer allerdings hofft, dass diese Gewichtsabnahme die Fettpölsterchen betrifft, der irrt sich. Was an Energie in fünf Kilogramm Fett gespeichert ist, könnte selbst mit einem ausgedehnten Sportprogramm und der Unterstützung durch Abnehmpillen kaum innerhalb einer Woche verbraucht werden.

Wenn also nicht das Fett verbrannt wird, was dann? Im ungünstigsten Fall, vornehmlich bei proteinarmen Diäten, greift der Körper auf das Muskelgewebe zurück, ein Effekt, der ebenso unerwünscht wie gefährlich ist. Der wesentliche Punkt, an dem Blitzdiäten ansetzen, ist jedoch ein anderer: Der schnelle Energielieferant des Körpers sind die Kohlenhydrate, welche in Form von Glycogen gespeichert werden und bei Bedarf schnell abgebaut werden können. Sinkt die Kalorienzufuhr beispielsweise durch eine Diät, so greift der Körper also zunächst auf seine Glycogenspeicher zurück. Beim Abbau von Glycogen wird eine große Menge Wasser ausgeschieden. Auf diese Entwässerung ist der überwiegende Anteil des Gewichtsverlusts bei Blitzdiäten zurückzuführen.

Vielen Fastenden fällt es schwer, strikte Diätpläne einzuhalten. Bei geringer Kalorienzufuhr reagiert der Körper mit einem ständigen Hungergefühl, das auch über den Zeitraum einer Woche nur schwer zu ertragen ist. Außerdem entsteht leicht ein Heißhunger auf genau das, was die jeweilige Diät verbietet. Heißhungerattacken führen leicht zu einer Energiezufuhr, welche weit über der zulässigen Tageskalorienmenge liegt. Im Rahmen einer Blitzdiät ist eine solche Unterbrechung daher kaum noch auszugleichen.

Nach Blitzdiäten stellt sich besonders häufig der sogenannte Jojo-Effekt ein: Die Kilos sind schneller wieder drauf, als der Fastende sie vorher abgenommen hat. Nicht selten ist die Zunahme sogar größer als die vorangehende Abnahme. Die Ursache dafür ist leicht zu erklären: Der Körper reagiert auf die Notzeit, als die er eine Diät empfindet, indem er sich auf die geringere Energiezufuhr einstellt und quasi auf Sparflamme schaltet. Er bemüht sich also, mit weniger Energie auszukommen, was sich während der Diät häufig durch Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und mangelnde Leistungsfähigkeit zeigt.

Nach Ende der Diät stellt sich der Körper nur mit Zeitverzögerung wieder auf die übliche Energiezufuhr ein, er hat also plötzlich mehr Kalorien zur Verfügung, als er für den Sparbetrieb benötigt, und speichert diese für die nächste „Notzeit“. Wenn der Fastende dann wieder genauso viel wie vorher isst, so sind die Glycogenspeicher schnell wieder aufgefüllt, wobei gleichzeitig auch wieder große Wassermenge gebunden werden. Kommt zu diesen körperlichen Effekten noch der psychologische hinzu, dass der Fastende nach Ende der Diät das Gefühl hat, sich jetzt etwas gönnen zu dürfen, und dem Heißhunger nachgibt, führt das leicht dazu, dass das Ausgangsgewicht innerhalb kurzer Zeit sogar überschritten wird.

Blitzdiäten in der Kritik

Neben den beschriebenen Effekten, welche dazu führen, dass der Erfolg einer Blitzdiät nur selten von Dauer ist, kritisieren Ärzte und Ernährungswissenschaftler vor allem die Einseitigkeit fast aller Diätpläne. Häufig ist keine ausreichende Zufuhr aller notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sichergestellt. Insbesondere an fettlöslichen Vitaminen fehlt es häufig.

Über Nahrungsergänzungsmittel kann dieser Mangel meistens nicht vollständig ausgeglichen werden. Anderen Diätplänen fehlt es an Proteinen, was wie beschrieben die Muskeln gefährdet. Wenn Ballaststoffe fehlen, wird die Verdauung gestört. Menschen mit einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt reagieren häufig durch Reizungen auf die von der jeweiligen Diät propagierten Hauptlebensmittel.

Bei Stoffwechselerkrankungen sowie krankhaftem Übergewicht wird von den allermeisten Blitzdiäten dringend abgeraten, Betroffene sollten sich zum Abnehmen unbedingt in ärztliche Betreuung begeben. Dennoch stimmen die Fachleute weitgehend darin überein, dass die meisten Blitzdiäten gesunden Menschen nicht übermäßig schaden. Voraussetzung dafür ist allerdings die Einhaltung des Zeitrahmens von wenigen Tagen bis zu maximal einer Woche. Werden mehrere Diätwochen aneinander gehängt oder nur durch wenige Wochen normaler Ernährung unterbrochen, so nimmt nicht nur der Diäterfolg rapide ab, weil der beschriebene schnelle Abnehmeffekt durch Entwässerung an seine Grenzen stößt, die gesundheitlichen Risiken steigen auch ganz rapide an.

Neben Mangelerscheinungen durch die einseitige Ernährung wird dabei auch zunehmend auf gefährliche psychologische Effekte einer verzerrten Selbstwahrnehmung und der Entwicklung einer dauerhaften Essstörung verwiesen. Eine Blitzdiät ist keinesfalls als dauerhafte Ernährungsform geeignet.

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