Allgemeine Informationen für Erwachsene. Keine individuelle Diagnose, Behandlung oder Ernährungstherapie. Bei Beschwerden oder belastendem Essverhalten ist persönliche fachliche Unterstützung wichtig.
Auf Lebensmittelpackungen geben Datumsangaben Auskunft über Qualität oder Sicherheit: „Mindestens haltbar bis“ bezieht sich vor allem auf die Qualität, „Zu verbrauchen bis“ kennzeichnet bei leicht verderblichen Lebensmitteln eine Sicherheitsgrenze. Nach diesem Datum solltest du das Produkt nicht mehr essen.
Ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel verdorben ist. Riechen oder Probieren macht ein Lebensmittel nach Ablauf des Verbrauchsdatums nicht sicher.
Was das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt
Das Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD, gibt an, bis wann ein Lebensmittel seine typischen Eigenschaften behalten soll. Dazu zählen zum Beispiel Geschmack und Geruch ebenso wie Farbe und Konsistenz. Die Angabe gilt, wenn du das Produkt ungeöffnet und so lagerst, wie es auf der Packung steht.
Ist das MHD überschritten, musst du das Lebensmittel nicht automatisch wegwerfen. Prüfe zuerst, ob die Packung unbeschädigt ist und ob du die Lagerhinweise eingehalten hast. Sieh dir den Inhalt an und rieche daran. Wirkt alles unauffällig, kann eine kleine Kostprobe helfen, die Qualität einzuschätzen. Bei Schimmel oder ungewöhnlichem Geruch solltest du das Produkt entsorgen. Das gilt auch bei auffälliger Verfärbung oder einer aufgeblähten Packung.
Der Sinnescheck prüft Aussehen, Geruch und Geschmack. Er zeigt nicht, ob ein Lebensmittel frei von krankmachenden Keimen ist. Nutze ihn nur, um die Qualität richtig gelagerter Lebensmittel mit abgelaufenem MHD einzuschätzen. Er ersetzt keine Sicherheitsregel.

Was das Verbrauchsdatum bedeutet
Das Verbrauchsdatum steht auf besonders leicht verderblichen Lebensmitteln, die nach kurzer Zeit ein Gesundheitsrisiko darstellen können. Die Kennzeichnung lautet „zu verbrauchen bis“. Das betrifft etwa Hackfleisch oder Geflügel sowie rohen Fisch und vorgeschnittene Salate. Entscheidend ist immer die Kennzeichnung auf der konkreten Packung.
Nach Ablauf des Verbrauchsdatums solltest du das Lebensmittel nicht mehr essen. Rechtlich gilt das Lebensmittel dann als nicht sicher. Das gilt auch, wenn es normal aussieht und riecht: Krankheitserreger lassen sich nicht zuverlässig mit den Sinnen erkennen. Halte außerdem die angegebenen Kühl- und Lagerbedingungen ein. Das Datum sagt nichts darüber aus, ob das Lebensmittel nach einer unterbrochenen Kühlung noch sicher ist.
Die Packung richtig prüfen
| Kennzeichnung auf der Packung | Was du im Alltag tun solltest |
|---|---|
| Mindestens haltbar bis | Nach dem Datum Packung, Lagerung und Lebensmittel prüfen. Ist alles unauffällig, kann das Produkt noch genießbar sein. |
| Zu verbrauchen bis | Bis zum angegebenen Datum verbrauchen. Danach nicht mehr essen, auch wenn Aussehen und Geruch normal wirken. |
Das MHD bezieht sich auf ein ungeöffnetes Produkt. Nach dem Öffnen gelten häufig zusätzliche Hinweise, etwa zur Kühllagerung oder dazu, wie schnell du den Inhalt verbrauchen solltest. Bei beschädigter Packung, falscher Lagerung oder deutlichen Veränderungen solltest du das Produkt auch vor Erreichen des Datums nicht als unbedenklich einstufen.
Warum es keine feste Zusatzfrist gibt
Wie lange ein Lebensmittel nach dem MHD noch genießbar ist, hängt von Produkt, Verpackung und Lagerung ab. Eine allgemeine Regel wie „noch eine Woche“ oder „noch sechs Monate“ lässt sich daraus nicht ableiten.
In einer 2020 veröffentlichten Laboruntersuchung prüften Forschende Milch und Pasta sowie Mayonnaise und Marmelade unter den jeweils empfohlenen Lagerbedingungen. Bei diesen ausgewählten Produkten fanden die Forschenden bis zu sechs Monate nach dem MHD keine mikrobiologische Kontamination. Bei einzelnen Produkten veränderten sich mit der Zeit jedoch Qualitätsmerkmale. Das Ergebnis gilt nur für die untersuchten Lebensmittel und Bedingungen. Es sagt nichts Verlässliches über andere Produkte, geöffnete Packungen oder falsch gelagerte Ware aus.
Auch eine große Befragung der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2025 zeigt, dass viele Menschen Datumsangaben nicht sicher einordnen. Die Ergebnisse beruhen auf Selbstauskünften aus der gesamten EU. Die Umfrage weist Ländergruppen aus, aber keine exakten Prozentwerte für Deutschland. Im Alltag solltest du dich deshalb an der Kennzeichnung auf der Packung orientieren.

Wer besonders vorsichtig sein sollte
Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Lebensmittel möglichst bald nach dem Einkauf und deutlich vor Ablauf des MHD zu verbrauchen. Für sie ist ein vorsichtiger Umgang sinnvoll, auch wenn ein MHD-Produkt nach Ablauf nicht automatisch verdorben ist.
Wenn du unsicher bist, beachte zuerst die Datumsart. Bei einem abgelaufenen Verbrauchsdatum gehört das Lebensmittel in den Abfall. Bei MHD-Ware zählen die Lagerung, der Zustand der Packung und auffällige Veränderungen. Ein unauffälliger Sinnescheck kann die Qualität einschätzen, aber keine Keimfreiheit garantieren.
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