Allgemeine Informationen für Erwachsene. Keine individuelle Diagnose, Behandlung oder Ernährungstherapie. Bei Beschwerden oder belastendem Essverhalten ist persönliche fachliche Unterstützung wichtig.
Eiweiß im Alltag einordnen
Eiweiß, auch Protein genannt, liefert Aminosäuren. Der Körper verwendet diese Bausteine, um Gewebe wie Muskeln aufzubauen und zu erhalten. Außerdem bildet er damit Enzyme und bestimmte Hormone. Neun Aminosäuren kann er nicht selbst herstellen. Du musst sie deshalb mit Lebensmitteln aufnehmen; sie heißen unentbehrliche Aminosäuren. Das Bundeszentrum für Ernährung erläutert die Rolle von Eiweiß und Aminosäuren.
Den Eiweißbedarf deckst du mit unterschiedlichen Lebensmitteln. Entscheidend ist nicht der höchste Eiweißwert auf der Verpackung, sondern wie ein Lebensmittel zu deiner gesamten Ernährung passt. Drei Fragen helfen dir bei der Einordnung: Wie viel Eiweiß liefert die Portion, die du tatsächlich isst? Welche Aminosäuren und weiteren Nährstoffe enthält sie? Und wie ergänzt das Lebensmittel deine übrigen Mahlzeiten?
Auch Lebensmittel, die du nicht zuerst als Eiweißquelle wahrnimmst, tragen zur Tagesmenge bei. Pflanzliche Lebensmittel ergänzen sich dabei: Getreide und Hülsenfrüchte liefern unterschiedliche Aminosäuren. Zusammen enthalten sie ein ausgewogeneres Verhältnis dieser Bausteine. Darauf weist auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hin.
Eine abwechslungsreiche Auswahl zählt daher mehr als ein einzelnes Lebensmittel mit besonders hohem Eiweißgehalt. Welche tägliche Menge dir als Orientierung dient, hängt unter anderem von deinem Alter ab.

Wie viel Eiweiß brauche ich täglich?
Für gesunde Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Normalgewicht täglich. Normalgewicht meint dabei ein Körpergewicht im gesundheitlich üblichen Bereich, nicht zwingend das aktuelle Gewicht. Ab 65 Jahren nennt die DGE 1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr.
Bei 70 Kilogramm Normalgewicht ergibt das vor dem 65. Geburtstag 56 Gramm Eiweiß am Tag. Ab 65 Jahren entsprechen 70 Kilogramm Körpergewicht 70 Gramm täglich. Diese Werte geben eine Orientierung für gesunde Menschen in der Allgemeinbevölkerung. Sie ersetzen keine individuell berechnete Empfehlung, etwa bei einer Erkrankung, nach einer Operation oder in besonderen Lebensphasen. Die DGE-Referenzwerte für Protein gelten daher nicht automatisch für jede persönliche Situation.
Bei Übergewicht solltest du nicht einfach dein tatsächliches Gewicht mit 0,8 Gramm multiplizieren. Für Erwachsene unter 65 Jahren bezieht sich der Referenzwert ausdrücklich auf das Normalgewicht. Sonst fällt das rechnerische Ziel höher aus, ohne dass der Referenzwert dies vorgibt.
Die DGE weist für ihre Proteinreferenzwerte einen Ableitungsstand von 2017 aus. Die seit 2025 veröffentlichte dritte Auflage der Referenzwertesammlung bedeutet deshalb nicht, dass die DGE den Proteinwert erst 2025 neu festgelegt hat.
Sport verändert den Kontext
Alltagsbewegung oder gelegentlicher Sport erhöhen den Eiweißbedarf nicht automatisch. Für Menschen, die mehr als fünf Stunden pro Woche trainieren, nennt das DGE-Positionspapier zur Proteinzufuhr im Sport je nach Trainingszustand und Ziel 1,2 bis 2,0 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglich.
Diese Spanne richtet sich nicht an alle, die körperlich aktiv sind. Wenn du intensiv trainierst, Muskelmasse aufbauen oder dein Gewicht gezielt verändern willst, solltest du Trainingsziel und Ernährung fachlich einordnen lassen.
Wie viel Eiweiß Portionen liefern
Eine übliche Portion zeigt dir besser als der Wert je 100 Gramm, wie viel Eiweiß auf dem Teller landet. Die folgenden Richtwerte beruhen auf Angaben des Bundeszentrums für Ernährung und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
| Lebensmittel | Portion und Zustand | Eiweiß, etwa |
|---|---|---|
| Tofu | 100 g | 16 g |
| Linsen | 60 g, trocken | 14 g |
| Haferflocken | 60 g | 8 g |
| Quark, 20 % Fett in der Trockenmasse | 150 g | 21 g |
| Walnüsse | 25 g | 4 g |
| Vollkornbrot | 1 Scheibe (50 g) | 3,5 g |
| Milch, 1,5 % Fett | 200 ml | 6 g |
| Joghurt, 1,5 % Fett | 150 g | 4,5 g |
| Ei | 1 Stück (60 g), gekocht | 7 g |
| Forelle | 150 g, gegart | 35 g |
Portion schlägt Rangliste
Bei Linsen bezieht sich die Menge ausdrücklich auf das Trockengewicht. Beim Kochen nehmen Linsen Wasser auf und werden schwerer. Deshalb entsprechen 60 Gramm trockene Linsen nicht 60 Gramm gegarten Linsen. Auch bei Forelle und Ei gehört der Zubereitungszustand zur Angabe, weil er die Portionsmenge und den Vergleich beeinflusst.
Die Werte sind ungefähre Richtwerte. Der Eiweißgehalt hängt von Sorte, Marke und Zubereitung ab. Prüfe bei verpackten Lebensmitteln zusätzlich die Nährwertdeklaration auf der Packung.
Auch Lebensmittel wie Vollkornbrot tragen zur Eiweißzufuhr bei, obwohl sie meist nicht als typische Eiweißquelle gelten. Eine Rangliste nach Eiweiß je 100 Gramm hilft daher nur begrenzt: Entscheidend ist, welche Menge du tatsächlich isst und was die Portion sonst noch liefert.
Eiweißquellen kombinieren
Pflanzliches Eiweiß liefern Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Getreide, Nüsse und Samen. Auch Milchprodukte, Eier, Fisch und Fleisch enthalten Eiweiß. Die Quellen unterscheiden sich jedoch in ihrer Zusammensetzung: Sie enthalten unterschiedliche Mengen der lebensnotwendigen Aminosäuren, aus denen der Körper Eiweiß aufbaut. Außerdem kann der Körper das Eiweiß aus den verschiedenen Quellen unterschiedlich gut nutzen. Entscheidend ist deshalb die Auswahl über den Tag hinweg.
Getreide und Hülsenfrüchte ergänzen sich gut. Linsen mit Reis oder Erbseneintopf mit Brot verbinden Aminosäuren, die in den einzelnen Lebensmitteln in unterschiedlichen Mengen vorkommen. Du musst diese Kombination nicht in derselben Mahlzeit essen. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung gleichen sich die Unterschiede zwischen einzelnen Eiweißquellen über den Tag aus, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung erläutert.
Berücksichtige auch die Nährstoffe neben dem Eiweiß. Hülsenfrüchte liefern Ballaststoffe, Nüsse enthalten lebensnotwendige Fettsäuren. Milchprodukte tragen unter anderem Calcium, Vitamin B₂ und Jod bei. Ein Lebensmittel ist also nicht automatisch eine unzureichende Eiweißquelle, nur weil es ein anderes Aminosäureprofil hat.
Pflanzendrinks genau prüfen
Hafer-, Mandel- und Sojadrinks enthalten unterschiedlich viel Eiweiß. Selbst zwei Produkte derselben Kategorie können sich deutlich unterscheiden. Das Max Rubner-Institut berichtete 2024 außerdem, dass sich die Verwertbarkeit des enthaltenen Eiweißes unterscheidet. Ein Pflanzendrink ersetzt Milch daher nicht automatisch bei allen Nährstoffen.
Wenn du Milch durch einen Pflanzendrink ersetzt, prüfe die Nährwerttabelle und die Zutatenliste. Achte neben dem Eiweiß besonders auf Calcium, Vitamin B₂ und Jod. Manche Hersteller reichern ihre Produkte mit einzelnen dieser Nährstoffe an; die Verpackung nennt Art und Menge. Auch die Ernährungsempfehlungen der DGE führen diese Nährstoffe beim Vergleich von Milch und pflanzlichen Alternativen auf.

Was Studien zu Eiweißquellen zeigen
Studien zu Eiweißquellen beantworten unterschiedliche Fragen. Eine Messung der Muskelproteinsynthese – also der kurzfristigen Bildung von Muskelprotein – sagt wenig über Muskelaufbau über Monate aus. Beobachtungsstudien zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigen Zusammenhänge, beweisen aber keine Ursache.
Askow und Kolleginnen und Kollegen untersuchten 40 junge, körperlich aktive Erwachsene über neun Tage. Die Forschenden teilten die Teilnehmenden zufällig in zwei Gruppen ein. Eine Gruppe ernährte sich vegan, die andere mit Mischkost. Beide Gruppen nahmen täglich etwa 1,1 bis 1,2 Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht auf. Bei der Muskelproteinsynthese fanden die Forschenden keinen statistisch signifikanten Unterschied. Der Versuch maß einen kurzfristigen Stoffwechselvorgang, weder langfristigen Muskelzuwachs noch Krankheitsrisiken. Finanziert wurde die Studie durch The Beef Checkoff. (Studie von Askow und Kolleginnen und Kollegen)
In der sechswöchigen BeanMan-Studie ersetzten 102 Männer einen Teil einer fleischreichen Ernährung durch Lebensmittel aus Hülsenfrüchten. Der Eiweißanteil blieb ähnlich. In der Hülsenfruchtgruppe entwickelten sich unter anderem LDL-Cholesterin und Ballaststoffzufuhr günstiger. Die Studie belegt keinen Schutz vor Herzinfarkten. Außerdem nahmen nur Männer teil. Ähnliche Eiweißmengen bedeuteten hier auch keine gleiche Versorgung mit allen anderen Nährstoffen.
Die 2026 veröffentlichte IMPACT-Studie begleitete Erwachsene ab 55 Jahren während eines zwölfwöchigen Krafttrainings. Die Teilnehmenden wählten ihre Ernährung selbst. Die vegetarische Gruppe nahm weniger Eiweiß auf als die omnivore Vergleichsgruppe. Damit prüfte die Studie nicht allein, wie gleiche Eiweißmengen aus verschiedenen Quellen wirken. Sie konnte nicht belegen, dass die vegetarische Ernährung bei der Muskelmasse mindestens gleich gut abschnitt. Das beweist keine statistisch gesicherte Überlegenheit der omnivoren Ernährung.
Proteinquelle und Studienform beachten
Eine US-Auswertung dreier Beobachtungsstudien fand 2024: Ein höheres Verhältnis von pflanzlichem zu tierischem Eiweiß ging mit einem geringeren Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. Daraus folgt weder eine Ursache noch eine optimale Quote für alle Erwachsenen in Deutschland. (Kohortenanalyse)
Auch Befunde zu einzelnen Proteinformen gelten nicht automatisch für ganze Lebensmittelgruppen. Eine Metaanalyse von 2025 fand bei Soja- und Milchprotein keinen Unterschied bei der Muskelmasse. Viele Studien setzen dabei Proteinpräparate oder Isolate ein, nicht gewöhnliche Lebensmittel. Muskelproteinsynthese, Muskelmasse, Kraft und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind zudem verschiedene Messgrößen. Die DGE-Evidenzbewertung von 2025 recherchierte bis April 2024 und beantwortete eine andere Frage als die spätere Kohortenanalyse.
Häufige Frage
Beweist ein statistisch nicht signifikanter Unterschied die Gleichwertigkeit zweier Ernährungsweisen?
Nein. Die Studie hat dann keinen eindeutigen Unterschied nachgewiesen. Gleichwertigkeit erfordert eine dafür geplante Auswertung und ausreichend genaue Daten. Umgekehrt beweist ein fehlender Gleichwertigkeitsnachweis keine Überlegenheit der anderen Ernährungsweise.
Lebensmittel im Ganzen bewerten
Die Ernährungsempfehlungen der DGE von 2024 richten sich an gesunde Erwachsene in Deutschland zwischen 18 und 65 Jahren, die Mischkost essen. Die Mengen orientieren sich an rund 2.000 Kilokalorien täglich. Sie helfen dir bei der Lebensmittelauswahl, ersetzen aber keinen persönlichen Speiseplan.
Die DGE empfiehlt mindestens einmal pro Woche Hülsenfrüchte, täglich Nüsse und Samen sowie Milch und Milchprodukte und ein- bis zweimal pro Woche Fisch. Fleisch und Wurst zusammen sollen höchstens 300 Gramm pro Woche ausmachen. Bei Hülsenfrüchten bedeutet „mindestens einmal“ ausdrücklich keine Obergrenze: Du kannst sie auch häufiger essen. Der DGE-Ernährungskreis bewertet die gesamte Lebensmittelauswahl. Aus der überwiegend pflanzlichen Ausrichtung folgt deshalb keine feste Quote dafür, wie viel Eiweiß aus pflanzlichen oder tierischen Lebensmitteln stammen soll.
Eine vegane Ernährung lässt sich laut DGE für gesunde Erwachsene gesundheitsfördernd gestalten. Dafür brauchst du eine sorgfältige Lebensmittelauswahl, musst Vitamin B₁₂ zuverlässig ergänzen und weitere potenziell kritische Nährstoffe abdecken. Für ältere Menschen sowie Schwangere und Stillende spricht die DGE wegen begrenzter Daten keine eindeutige Empfehlung für oder gegen eine vegane Ernährung aus. Die DGE-Position zur veganen Ernährung bewertet die Ernährungsweise als Ganzes und nicht allein die Eiweißmenge.
High Protein richtig lesen
Ein Lebensmittel darf als „Proteinquelle“ beworben werden, wenn mindestens 12 Prozent seines Energiegehalts aus Eiweiß stammen. Für die Angabe „High Protein“ oder „hoher Proteingehalt“ sind mindestens 20 Prozent erforderlich. Das bedeutet nicht, dass 100 Gramm des Produkts 20 Gramm Eiweiß enthalten.
Die Kennzeichnung beschreibt nur den Anteil der Energie aus Eiweiß. Sie sagt nichts darüber aus, wie viel Zucker, Salz oder gesättigte Fettsäuren ein Produkt enthält oder ob es für deine Ernährung sinnvoll ist. Das Bundeszentrum für Ernährung erläutert die Vorgaben. Für die meisten Menschen sind Eiweißpulver und spezielle High-Protein-Produkte nicht nötig, um ausreichend Eiweiß aufzunehmen. Entscheidend ist, ob das Lebensmittel insgesamt zu deiner Ernährung passt.
Kurz zusammengefasst
Orientiere dich an Lebensmitteln und ihrer Rolle in deiner gesamten Ernährung. Die DGE-Häufigkeiten sind keine Eiweißquoten. „High Protein“ beschreibt den Energieanteil aus Eiweiß, nicht automatisch die Nährstoffqualität eines Produkts.
Häufige Frage
Worauf lohnt sich beim Vergleich ähnlicher Produkte noch ein Blick?
Vergleiche neben dem Eiweißgehalt Zutatenliste und Nährwerttabelle. So siehst du zum Beispiel, ob ein Produkt viel Zucker oder Salz enthält und ob es zu deinem Bedarf passt.
Wann Beratung wichtig ist
Die DGE-Referenzwerte richten sich an gesunde Erwachsene. Bei einer Nierenerkrankung, Untergewicht, Mangelernährung oder einer anderen relevanten Erkrankung geben sie keinen persönlichen Eiweißbedarf vor. Lass deine Ernährung in diesen Fällen ärztlich oder von einer qualifizierten Ernährungsfachkraft beurteilen.
Für gesunde Erwachsene ist laut der DGE-Evidenzbewertung nicht abschließend geklärt, wie eine langfristig erhöhte Eiweißzufuhr die Nierenfunktion beeinflusst. Das bedeutet weder, dass jede höhere Zufuhr schadet, noch dass beliebig hohe Mengen auf Dauer unbedenklich sind. Eine pauschale Regel nach dem Motto „mehr Eiweiß ist besser“ ist daher nicht begründet.
Hol ärztlichen Rat ein, wenn du Beschwerden hast, unbeabsichtigt Gewicht verlierst oder eine Erkrankung bekannt ist. Nierenerkrankungen verursachen lange Zeit oft keine deutlichen Beschwerden. Für ihre Erkennung sind Blut- und Urinuntersuchungen wichtig. Stelle deine Ernährung bei solchen Fragen nicht eigenständig stark um.
Häufige Fragen zu Eiweiß
Geht es auch ohne Fleisch
Ja. Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Getreide und Nüsse liefern Eiweiß. Bei vegetarischer Ernährung kommen Milchprodukte und Eier hinzu. Wähle verschiedene Eiweißquellen, damit du unterschiedliche Aminosäuren und weitere Nährstoffe aufnimmst.
Wenn du vegan isst, solltest du die Nährstoffversorgung insgesamt planen und Vitamin B₁₂ zuverlässig ergänzen. Das empfiehlt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in ihrer Neubewertung zur veganen Ernährung.
Ist tierisches Eiweiß besser
Tierische und pflanzliche Lebensmittel unterscheiden sich im Aminosäureprofil und darin, wie gut der Körper ihr Eiweiß verwertet. Das macht tierisches Eiweiß jedoch nicht grundsätzlich überlegen. Entscheidend sind die konkrete Eiweißquelle, die gesamte Zufuhr, dein Alter und das untersuchte Ziel, etwa Muskelaufbau oder Gesundheit im Alter.
Ergebnisse zu Sojaprotein lassen sich zum Beispiel nicht auf alle pflanzlichen Eiweißquellen übertragen. Eine Metaanalyse zu pflanzlichem und tierischem Protein verdeutlicht, dass die Ergebnisse je nach Proteinquelle und untersuchtem Endpunkt unterschiedlich ausfallen.
Muss Eiweiß gleichmäßig verteilt sein
Eine neuntägige Studie mit jungen Erwachsenen fand bei den untersuchten Verteilungen keinen statistisch eindeutigen Unterschied in der Muskelproteinsynthese. Damit ist die Bildung neuer Muskelproteine nach den Mahlzeiten gemeint.
Die Untersuchung lief nur kurz und erfasste keinen langfristigen Muskelaufbau. Daraus ergibt sich keine feste Regel, nach der du Eiweiß zwingend gleichmäßig auf alle Mahlzeiten verteilen musst – besonders nicht für Menschen anderer Altersgruppen oder Lebenssituationen.
Ist mehr Eiweiß immer besser
Nein. Ein höherer Bedarf besteht in bestimmten Situationen, etwa bei intensivem Training. Für gesunde Erwachsene bleibt eine bedarfsdeckende Zufuhr der Maßstab; die Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beziehen sich auf diese Gruppe.
Für beliebig hohe Eiweißmengen gibt es keine allgemeine Empfehlung. Die langfristigen Folgen einer dauerhaft sehr hohen Zufuhr für die Nierenfunktion sind nicht abschließend geklärt. Setze deshalb auf ausreichend Eiweiß aus abwechslungsreichen Lebensmitteln, statt die Menge ohne konkreten Grund zu steigern.
Das Wichtigste zu Eiweiß
- Orientiere dich am passenden DGE-Wert: Für gesunde Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren gelten 0,8 Gramm Eiweiß je Kilogramm Normalgewicht pro Tag, ab 65 Jahren 1,0 Gramm je Kilogramm Körpergewicht als Schätzwert. Bei Übergewicht zählt für den jüngeren Erwachsenenwert nicht automatisch das tatsächliche Gewicht.
- Vergleiche echte Portionen: 60 Gramm trockene Linsen liefern etwa 14 Gramm Eiweiß, 150 Gramm Quark etwa 21 Gramm. Trocken- und Kochgewicht sind nicht austauschbar; Werte auf Verpackungen können je nach Produkt abweichen.
- Wähle vielfältige Quellen: Hülsenfrüchte, Sojaprodukte und Getreide ergänzen sich über den Tag. Beurteile neben dem Eiweiß auch weitere Nährstoffe, etwa Ballaststoffe in Hülsenfrüchten oder Calcium und Jod in Milchprodukten.
- Lies Kennzeichnungen im Zusammenhang: „High Protein“ bedeutet, dass mindestens 20 Prozent der Energie aus Eiweiß stammen, nicht dass das Produkt 20 Gramm Eiweiß je 100 Gramm enthält. Die Angabe bewertet weder die übrige Nährstoffzusammensetzung noch den persönlichen Bedarf.
- Hol dir bei besonderen Situationen fachlichen Rat: Bei Nierenerkrankungen, Untergewicht, Mangelernährung oder unbeabsichtigtem Gewichtsverlust solltest du die allgemeinen Richtwerte nicht als persönliche Vorgabe verwenden.
FAQ
Wie viel Eiweiß brauche ich täglich?
Für gesunde Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren empfiehlt die DGE täglich 0,8 Gramm Eiweiß je Kilogramm Normalgewicht. Ab 65 Jahren gilt ein Schätzwert von 1,0 Gramm je Kilogramm Körpergewicht; die DGE kennzeichnet die Ableitung dieser Referenzwerte mit dem Stand 2017 (DGE-Referenzwerte für Protein).
Wie decke ich meinen Bedarf ohne Fleisch?
Pflanzliches Eiweiß liefern Hülsenfrüchte sowie Tofu und andere Sojaprodukte. Auch Getreide ist eine Quelle; ebenso Nüsse und Samen. Bei vegetarischer Ernährung kommen Milchprodukte und Eier hinzu; bei veganer Ernährung muss außerdem Vitamin B₁₂ zuverlässig ergänzt und die übrige Nährstoffversorgung geplant werden (DGE-Empfehlungen zur veganen Ernährung).
Wie vergleiche ich Eiweißquellen im Alltag?
Schau auf die Menge, die du tatsächlich isst, und darauf, ob das Gewicht trocken oder gegart angegeben ist: 60 Gramm trockene Linsen liefern ungefähr 14 Gramm Eiweiß, 100 Gramm Tofu etwa 16 Gramm. Auch Brot und Haferflocken tragen zur Tageszufuhr bei; konkrete Produktwerte können abweichen (BZfE zu Protein und Portionswerten).
Ist tierisches Eiweiß grundsätzlich besser?
Das lässt sich nicht pauschal sagen: Aminosäurezusammensetzung und Verfügbarkeit unterscheiden sich je nach Lebensmittel. Studien zu Sojaprotein lassen sich zudem nicht automatisch auf alle pflanzlichen Eiweißquellen übertragen; entscheidend sind auch die gesamte Zufuhr und die untersuchte Wirkung (Metaanalyse zu pflanzlichem und tierischem Protein).
Was bedeutet „High Protein“ auf der Verpackung?
Die Kennzeichnung bedeutet, dass mindestens 20 Prozent des Energiegehalts eines Lebensmittels aus Eiweiß stammen. Sie bedeutet nicht, dass 20 Gramm Eiweiß in 100 Gramm stecken, und bewertet nicht automatisch die gesamte Nährstoffqualität des Produkts (BZfE zu Proteinangaben).
Muss ich Eiweiß gleichmäßig über den Tag verteilen?
Eine neuntägige Studie mit jungen, körperlich aktiven Erwachsenen fand bei den untersuchten Verteilungen keinen signifikanten Unterschied in der gemessenen Muskelproteinsynthese. Daraus ergibt sich keine allgemeingültige Mahlzeitenregel für alle Altersgruppen und Lebenssituationen.
Brauche ich Eiweißpulver oder spezielle Eiweißprodukte?
Für die meisten Menschen sind solche Produkte keine Voraussetzung für eine ausreichende Eiweißzufuhr. Gewöhnliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eier, Getreide und Tofu können dazu beitragen (BZfE zu Proteinquellen).
Was gilt bei Nierenerkrankungen oder Übergewicht?
Bei einer Nierenerkrankung solltest du allgemeine Referenzwerte nicht ohne ärztliche oder qualifizierte ernährungsfachliche Beratung als persönliches Ziel verwenden. Bei Übergewicht lässt sich das tatsächliche Körpergewicht ebenfalls nicht einfach in die DGE-Formel einsetzen, denn deren Referenzwert für Erwachsene unter 65 Jahren bezieht sich auf Normalgewicht (DGE-Referenzwerte für Protein).
Was kommt heute auf deinen Teller?
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