Die Idee scheint einfach: Wer gar nichts isst, der muss sich keine Gedanken darüber machen, ob die Verfechter einer kohlenhydratarmen oder einer fettarmen Ernährung recht haben, ob es gute und schlechte Fette und Kohlenhydrate gibt und welche das jeweils sind. Das lästige Kalorienzählen entfällt ebenso ersatzlos wie das Kochen. Nur getrunken werden sollte viel, allerdings nur Wasser und ungesüßte Tees. Wenn man auf diese Weise nicht abnimmt, womit dann?
Leider wird bei der Nulldiät nicht nur die Kalorienaufnahme durch vollständigen Verzicht auf Fette, Kohlenhydrate und Proteine auf 0 gesenkt, sondern auch die Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Daher ist zwar der anfängliche Abnehmeffekt hoch, die Risiken aber ebenfalls. Schon nach kurzer Zeit kommt es zu Mangelzuständen. Neben Konzentrationsschwäche und Mattigkeit kann es dabei sogar zu massiven Kreislaufproblemen kommen. Von Gichtanfällen durch den gestörten Stoffwechsel wird ebenfalls häufig berichtet. Die Muskelmasse wird ebenfalls besonders schnell angegriffen.
Bei derart massiven unerwünschten Nebenwirkungen ist es fast schon als positiv zu bezeichnen, dass die meisten Fastenden eine Nulldiät nicht lange durchhalten. Allerdings ist die Rückkehr zu einer normalen Ernährung nicht einfach. Ein vorsichtiger Einstieg über Suppen und leicht verdauliche Kost befriedigt nicht den entstandenen Heißhunger. Bei einem zu schnellen Übergang auf schwerverdauliche Nahrungsmittel sind massive Verdauungsstörungen vorprogrammiert.
Da der Körper bei einer Nulldiät seinen Energieverbrauch besonders stark einschränkt, tritt auch der Jojo-Effekt massiv auf. Häufig verpufft der Abnehmeffekt dadurch innerhalb weniger Tage.